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Warum nach der Arbeit alles zu laut ist und du dich nach Stille sehnst

Aktualisiert: 22. Apr.



Kennst du das? Du sitzt im Auto auf dem Heimweg: Die Musik aus dem Radio, der Podcast, sogar deine Lieblingssongs wirken plötzlich zu laut und zu viel. Alle Geräusche um dich herum kribbeln in dir. Du schaltest alles aus und sehnst dich nach Stille.


Die meisten denken dann: „Bin ich zu schwach für den Job?“ oder „Warum stelle ich mich so an? Andere schaffen das doch auch mit links.“


Doch das hat nichts mit Schwäche oder Versagen zu tun. Dein Nervensystem ist aus der Balance geraten.


Wenn du über längere Zeit vielen Reizen ausgesetzt bist – durch Arbeit, Zeitdruck oder den ständigen Austausch mit anderen – aktiviert sich der Teil deines Nervensystems, der dich leistungsfähig und reaktionsschnell macht: der Sympathikus.

Es ist, als würde dein inneres System auf Hochleistung schalten, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Ohne bewusste Pausen bleibt dieser Zustand jedoch oft bestehen. Dein System findet nicht mehr von allein zurück in die Ruhe. Die Folge: Du wirst empfindlicher gegenüber Geräuschen, schneller gereizt und hast das Gefühl, dass dir alles zu viel wird.


Für die Entspannung und Regeneration ist der Parasympathikus zuständig – der Teil deines Nervensystems, der deinem Körper signalisiert: Du bist sicher, du kannst loslassen. Doch auch er braucht Raum, um aktiv werden zu können.


Es ist also nicht deine Unfähigkeit oder eine persönliche Schwäche, dass du dich nach Stille sehnst. Es ist dein Nervensystem, das sich bemerkbar macht.

Und genau hier kannst du ansetzen. Stelle dir einmal diese Fragen:


  • An welcher Stelle in meinem Arbeitsalltag kann ich kurze, bewusste Pausen einbauen?

  • Gibt es einen Ort, an den ich mich für ein paar Minuten zurückziehen kann?

  • Was hilft mir konkret, um wieder etwas mehr Ruhe in meinen Körper zu bringen?


Manchmal reicht schon eine kleine Übung: Atme für ein paar Minuten bewusst ein und verlängere dabei dein Ausatmen. Das signalisiert deinem Nervensystem, dass es herunterfahren darf.


Du musst nichts „aushalten“ oder besser funktionieren.

Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo du dir einen Moment echter Stille erlaubst.




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